DER KIEBITZ – AKROBAT DER LÜFTE

DER KIEBITZ – AKROBAT DER LÜFTE

 

Wissenschaftlicher Name
Vanellus vanellus  

Ordnung
Regenpfeiferartige (Charadriiformes)

Familie
Regenpfeifer (Charadriidae)


Gefährdung

Rote Liste Deutschland (2007): 2 – stark gefährdet

Rote Liste Niedersachsen (2007): 3 – gefährdet

Der Kiebitz kommt im Vergleich zu anderen Wiesenvögeln noch relativ häufig vor und besiedelt eine breite Spanne von Lebensräumen. Dennoch geht der Brutbestand deutlich zurück. Im Grünland sind Kiebitze vor allem durch Nutzungsintensivierung gefährdet (u. a. durch Entwässerung, intensivere Grünlandnutzung mit früher und häufiger Mahd, Umbruch von Grünland, Ausweichen auf ungeeignete Brutplätze wie z. B. Ackerflächen). 

 

Lautäußerung

Typischer Ruf im Flug „Kiewitt Kiewitt”.

 

Nahrung

Überwiegend Bodeninsekten und deren Larven, Regenwürmer, z. T. vegetarisch wie z. B. Samen und Früchte von Wiesenpflanzen. Auf dem Boden lebende Insekten bilden insbesondere für die Jungvögel in den ersten Lebenswochen die Nahrungsgrundlage.

 

Brutzeit

Legebeginn ab Anfang März, Nachgelege bis Anfang Juni, bis zu 5 Nachgelege bei Verlust.

 

Nest und Gelege

Nistmulde auf kurzen und schütteren Bereichen im Grünland. Aufgrund der Bevorzugung von  braunen und dunklen Boden als Neststandort, finden sich Gelege häufig auf Maisstoppelfeldern und frisch bestellten Ackerflächen. Nistmulde mit wenig Nistmaterial ausgestattet. Meist 4 grün-braun gesprenkelte Eiern.

 

Brutverlauf und -entwicklung

Bebrütungszeit etwa 30 Tage, erste Jungvögel ab Mitte April. Beide Eltern brüten abwechselnd und führen die nestflüchtenden Jungvögel gemeinsam, bei späten Bruten Jungenführung z.T. allein durch Männchen. Aufzuchtzeit ca. 35 Tage.

 

Wanderung

Kurzstreckenzieher, teilw. Überwinterung in milden Wintern in Niedersachsen, sonst in Nordwesteuropa (Frankreich, Großbritannien, Niederlande). Wegzug spätestens mit Einsetzen der Frostperiode. Rückkehr und Besiedlung der Brutgebiete ab Ende Februar, vielfach ausgeprägte Ortstreue.