PROJEKTGEBIET UNTERELBE

PROJEKTGEBIET UNTERELBE

 

Das Projektgebiet und Vogelschutzgebiet Unterelbe umfasst den niedersächsischen Teil des Elbeästuars zwischen Stade und Otterndorf. Es ist durch eine besonders enge Vernetzung aquatischer und terrestrischer Lebensräume gekennzeichnet. Gezeitendynamik, Salzgradient und episodisch großflächige Überschwemmungen bei Sturmfluten sind charakteristische und gestaltende Umweltfaktoren. Diese Umweltfaktoren verbinden tidebeeinflusste Flachwasserzonen, marine Watten, Brack- und Süßwasserwatten sowie hochwasserbeeinflusste Überschwemmungsgebiete zu einem ästuartypischen Lebensraumkomplex. 

 

Seit Mitte des 19. Jh. erfolgte in mehreren Schritten eine Vertiefung des Fahrwassers von 3,3 m auf heute 16 m. In den letzten Jahrzehnten haben Eindeichungen, Bau von Sperrwerken und die Abdämmung von Nebenarmen zu großen Flächen- und Substanzverlusten an ästuartypischen Lebensräumen geführt. 

 

Trotz dieser Veränderungen weist die Unterelberegion nach wie vor einen hohen Anteil ästuartypischer Landschaftselemente und damit eine erhebliche Bedeutung für die ästuartypische Flora und Fauna auf: 

  • Das Ufer der Unterelbe blieb innerhalb des Vogelschutzgebietes weitgehend unverbaut. Buhnen und versteinte Ufer finden sich nur auf kurzen Strecken. Ausgedehnte Sand- und Schlickwatten sowie Uferröhrichte säumen den Strom. 
  • Die für den Wechselwasserbereich charakteristischen Tideröhrichte sind noch großflächig vorhanden. 
  • Die Vordeichungen der letzten Jahrzehnte haben ca. 66 % der Vorlandgebiete von der Elbe abgeschnitten. Die auf niedersächsischer Seite verbliebenen ca. 38 km² Außendeichflächen sind über ein weitverzweigtes Priel- und Grabensystem eng mit der Tideelbe vernetzt. Dynamische Veränderungen der Wasser-Land-Grenze sowie des Prielsystems sind die Regel. 
  • In den heute abgedeichten ehemaligen Außendeichsmarschen sowie den verbliebenen Vorlandflächen konnte mit großem finanziellen Aufwand des Landes Niedersachsen sowie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und weiterer Träger von Kompensationsmaßnahmen bereits ein Teil des Marschengrünlandes für den Naturschutz gesichert und in extensive Nutzung überführt werden.