PROJEKTGEBIET OSTFRIESISCHE MEERE

PROJEKTGEBIET OSTFRIESISCHE MEERE

 
Niedermoorwiese Groen Breike (© M. Steven)

Das EU-Vogelschutzgebiet “Ostfriesische Meere” liegt eingebettet zwischen den Naturräumen Emsmarschen und Ostfriesische Geest. Es umfasst ein großflächiges, offenes Niederungsgebiet aus zumeist entwässertem Marschengrünland mit eingeschlossenen Binnenseen, die hier Meere genannt werden. Das Straßen- und Wegenetz sowie Siedlungsbereiche sind gering ausgeprägt.    

 

Charakteristisch für die Meere sind eine geringe Wassertiefe und ausgedehnte Sumpf- und Verlandungsbereiche aus Schilfröhricht. Landseitig schließen Feuchtgrünlandflächen auf Ton und Flachmoortorf in Wechsellagerung an. Die Flächen sind meist stark entwässert und werden überwiegend als Grünland intensiv landwirtschaftlich genutzt.   

 

Die z. T. 0,5 bis 1,0 m unter NN liegenden Flächen werden durch Schöpfwerke entwässert. Ein seit 1801 planmäßiger Ausbau der Siele, Schöpfwerke und Vorflutwege hat hier ein flächenwirksames Grabensystem ermöglicht (Drainagen, Grüppen). Eine sommerliche Wasserstandsführung bis auf 0,80 m unter Flur kann durch das Schöpfwerksystem (Hauptschöpfwerke an der Emsmündung und Unterschöpfwerke in der Fläche) ab Ende der 60er Jahre weitgehend konstant gewährleistet werden.    

 

Den verbesserten Entwässerungsbedingungen aber auch dem Strukturwandel in der Landwirtschaft folgend, änderte sich die Mähweide-Nutzung mit erstem Heuschnitt und nachfolgender Weidehaltung zu möglichst frühen Schnittterminen (Anfang Mai) zur Silagenutzung. Hof ferne Flächen werden teilweise als Jungviehweide genutzt.

 

Als Vogellebensraum sind die Ostfriesischen Meere zum einen als Brutlebensraum für Wiesenvögel (insbesondere Uferschnepfe, Kiebitz) und Arten der ausgedehnten Röhrichte (Rohrweihe) und schilfbestandenen Gräben (Blaukehlchen, Schilfrohrsänger) von besonderer Bedeutung. Zum anderen dient es als Rastgebiet für nordische Gänse und Limikolen. Das Gebiet ist einer der niedersächsischen Verbreitungsschwerpunkte und traditionelles Brut- und Nahrungsrevier der Wiesenweihe.   

 

Das Gebiet steht in Vernetzung mit anderen Feuchtgrünlandgebieten und Gastvogellebensräumen in Ostfriesland, insbesondere mit dem Fehntjer Tief, dem binnendeichs gelegenen Küstenstreifen sowie dem Wattenmeer.