PROJEKTGEBIET FEHNTJER TIEF

PROJEKTGEBIET FEHNTJER TIEF

 
Zusammenfluss von Fehntjer Tief Nordarm (= Fortsetzung der Flumm, von oben) und Südarm (= Fortsetzung des Bagbander Tiefs, von rechts) mit Renaturierungsmaßnahmen an Ufern und Altarmen (1997). (© T. Poppen)
Artenreiches, extensiv genutztes Grünland im Naturschutzgebiet „Flumm-Niederung“. (© S. Koppatz)
Die Naturschutzstation Fehntjer Tief in Lübbertsfehn, eine Einrichtung des Landes Niedersachsen und des Landkreises Aurich. (© S. Koppatz)

Die Fehntjer Tief Niederung liegt in Ostfriesland. Sie gehört zu den Naturräumen „Ostfriesisch-Oldenburgische Geest“ und „Watten und Marschen“ der Nordsee. Sie ist ein repräsentatives Beispiel für eine tief gelegene Niedermoorniederung (bis zu – 1,0 m NN) zwischen der höher gelegenen Geest und der ebenfalls höher gelegenen Marsch an der Ems. Die niedrig gelegenen Bereiche der Fehntjer Tief Niederung werden meist von tiefgründigen Niedermoorböden eingenommen. Sie bestehen aus Seggen-, Schilf- und Bruchwaldtorfen.

 

Überflutungen, von der Küste oder von der Ems und dem Fehntjer Tief ausgehend, haben zu Schlickablagerungen geführt, so dass die Niedermoorböden häufig über- bzw. durchschlickt sind. In Mündungs- bzw. Emsnähe besteht die Fehntjer Tief Niederung dann aus reinen, tonigen Marschböden.

 

Das feuchte bis nasse und extensiv genutzte Niedermoor-Grünland besteht aus artenreichen Sumpfdotterblumen-Wiesen oder Schlitzkratzdistel-Pfeifengras-Binsen-Wiesen. Eingestreut sind Seggensümpfe, Kleinseggenriede und  zahlreiche gefährdete Arten. Diese früher weit verbreiteten Grünlandtypen existieren heute im Wesentlichen nur noch in den Schutzgebieten und haben eine hohe Wertigkeit für den Naturschutz, sogar europaweit gesehen.

 

Im mäßig feuchten und mäßig intensiv genutzten Grünland sind Wolliges Honiggras und Sauerampfer Aspekt bildend. Den höchsten Flächenanteil nimmt heute das entwässerte, intensiv genutzte Grünland ein. Es besteht vorwiegend aus wenigen ertragreichen Arten wie Weidelgras, Wiesenfuchsschwanz, Wiesenlieschgras und Rispengräsern. Die Vegetation der Gewässer (Tiefs, Kanäle, Altarme, Gräben, die Seen “Sandwater und “Boekzeteler Meer”) haben zum Teil eine naturnahe und artenreiche Wasser- und Ufervegetation mit Schwimmblattzonen, Laichkrautzone, Röhrichte, Seggenriede und Weidengebüsche.

 

Die Fehntjer Tief Niederung hat mit den großen feuchten Grünlandkomplexen eine hohe Bedeutung für Brutvogelgemeinschaften von Feuchtwiesen (v. a. wiesenbrütende Limikolen) und strukturreiche Säume bzw. Brachflächen und Röhrichte bewohnende Rallen-, Singvogel- und Entenarten.

 

Der Haupterwerbszweig in der weit offenen Grünland-Landschaft  der Fehntjer Tief Niederung ist die Landwirtschaft mit überwiegend intensiv betriebenen Futterbaubetrieben mit Schwerpunkt Rindviehzucht mit Milchproduktion.

 

Seit 1989 wurden u. a. im Rahmen des Bundesnaturschutzprojektes (GR-Projekt, Flumm-Fehntjer Tief), Flächen für den Naturschutz erworben (zs. 1.059 ha). Dortige Naturschutzmaßnahmen (Vernässung, Gewässerrenaturierung, Extensivierung) haben vor allem den Wiesenvogelschutz zum Ziel.

 

1993 wurde direkt vor Ort in der Ortschaft Lübbertsfehn (Ihlow) die Naturschutzstation Fehntjer Tief eingerichtet. Sie ist in einem alten ostfriesischen Bauernhaus (Gulfhof) untergebracht und eine Einrichtung des NLWKN und des Landkreises Aurich. Diese vor Ort Betreuung ermöglicht ein flexibles Bewirtschaftungs- und Pflegemanagement im Projektgebiet.