PROJEKTGEBIET EMSMARSCH VON LEER BIS EMDEN

PROJEKTGEBIET EMSMARSCH VON LEER BIS EMDEN

 
Im Vordergrund: nasse Flächen des nördlichen Hatzumer Vorlandes, im Hintergrund: ausgedehnte Schilffläche des Beitelke Sandes. (© T. Grünkorn)
Petkumer Vorland, im Hintergrund nahrungssuchende Nonnengänse (© T. Grünkorn)

Der nacheiszeitliche Meeresspiegelanstieg und unterschiedliche Gezeitenströme haben die Urstromtalmündungen der Ems geprägt. Je nach Intensität der Überstauungen haben sich beidseits des Flusses Marschen gebildet, die z. T. bis zu 2 m über NN liegen. Hier finden sich in linearer Anordnung auch die Marschendörfer, die auf eine frühzeitige Besiedlung hinweisen.

 

Größtenteils handelt es sich bei den Projektflächen um tidebeeinflusste Bereiche im Naturraum Emsmarschen mit z. T. sommerbedeichtem Grünland. Die binnendeichs gelegenen Teilgebiete sind ausgedehnte Grünlandflächen.

 

Die landwirtschaftliche Nutzung ist hier dem Strukturwandel folgend, auf die heutigen Bewirtschaftungsformen mit frühem Schnitttermin und Silagenutzung ausgerichtet. Um diese intensive Bewirtschaftung zu ermöglichen, werden entsprechend den landwirtschaftlichen Anforderungen mittels Schöpfwerken konstante Wasserverhältnisse gehalten.

 

Ein dichtes Netz an Gräben und eine weithin offene, gehölzfreie Landschaft charakterisieren somit die Flächen im Binnenland. Im Deichvorland finden sich in unterschiedlicher Größe und Ausbildung, die Biotoptypen der Flußwattflächen und Marschpriele, der Grüppen und Gräben in Salzwiesen oder frischen bis feuchten Wiesen und Weiden, Brack- und Teichröhrichte sowie Großseggenrieder. Zu einem geringem Anteil sind hier auch Weidengebüsche vorhanden, die jedoch erst südlich von Leer stärker ausgebildet sind.

 

Das Gebiet steht im funktionalen Bezug zu den Vogelschutzgebieten Rheiderland, Ostfriesische Meere sowie dem Niedersächsischen Wattenmeer. Es ist ein herausragendes Überwinterungs- und Rastgebiet für nordische Gänse und Limikolen. Das Gebiet beherbergt eines der bedeutendsten Brutvorkommen für Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel in Niedersachsen.

 

Als Vogellebensraum ist das Gebiet darüber hinaus für den Säbelschnäbler bedeutsam, der zur Brutzeit auf seichte Schlick- und Flusswattbereiche angewiesen ist.

Das Blaukehlchen besiedelt in den Emsmarschen binnendeichs gelegene Grabenkomplexe und die Röhrichte im Außendeichsbereich in hohen Siedlungsdichten. In den großen Altschilfbeständen des gesamten Gebiets hat die Rohrweihe ihre Brutgebiete.